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Dr.
med. Olav Hagemann
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Synonyme:
 | EHEC |
 | VTEC (verotoxin-bildende E. Coli) |
 | STEC (Shiga-Toxin
bildende E. coli) |
Material:
 | frische Stuhlprobe |
Untersuchungsmethoden:
 | Nachweis von Shigatoxin
 | Anreicherung der EHEC-Bakterien
in flüssigen Nährmedien
 | Shigatoxin-ELISA
aus der Anreicherungsbouillon (Beachte: der direkte ELISA
aus dem Stuhl von Durchfallpatienten ist ungeeignet)
 | PCR-Nachweis
von Shigatoxin-Genen oder Nachweis der Shigatoxine mit EIA-Techniken
 | EHEC im
engeren Sinne sind nur STEC,
die humanpathogen sind |
 | STEC und EHEC
sind derzeit nicht eindeutig differenzierbar, daher werden
derzeit alle vom Menschen isolierten STEC
als EHEC bezeichnet
(lt. Falldefinition im Infektionsschutzgesetz).
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 | Isolierung nach Anzüchtung auf Selektivnährmedien:
 | Identifizierung einzelner Kolonien mit
Hilfe des Immunoblots, der PCR
und der Sondentechnik (Kolonie-Blot)
 | Charakterisierung des isolierten Erregers
hinsichtlich der Shigatoxinogenität durch PCR,
ELISA oder
Vero-Zellkultur, der Adhäsine, der Serotypie, ggf. auch andere
epidemiologische Subtypisierungen.
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 | Blut-Untersuchungen auf Antikörper (z.B.
gegen das O157 LPS,
O26 LPS) durch ELISA,
insbesondere wenn der Erregernachweis nicht mehr gelingt und der
Antikörpernachweis als einziger diagnostischer Zugang verbleibt.
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Norm:
 | negativ (qualitativer Test) |
Erreger:
 | E. coli:
 | gramnegatives Stäbchen |
 | beweglich, oft auch bewegungslos
|
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 | Entdeckung des Erregers: 1977
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 | Serovare:
 | wichtigster und häufigster Serovar:
 | E. coli O157:H7 |
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 | weitere Serovare:
 | E. coli O157:H- |
 | O26:H11 |
 | O111:H- |
 | O103:H2 |
 | O145:H- |
|
 | Es werden ständig neue EHEC-Serovare
nachgewiesen
|
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 | Toxine:
 | Shigatoxine (Stx)
= Verotoxine (VT)
 | Subtypen Stx1,
Stx2, Stx2c,
Stx2d, Stx2e
und Stx2f |
 | EHEC-Erkrankung →
Bildung von Shigatoxinen →
Bindung an Zellwandrezeptoren (Gb3 und Gb4), die
hauptsächlich im Kapillar-Endothel vorkommen →
Shigatoxine blockieren Proteinsynthese →
Zelltod → kapillare
Endothelschäden |
 | durch diese Kapillarschäden kommt es
postinfektiös zu:
 | hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) |
 |
thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) |
 | siehe Klinik |
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 | weitere Virulenzfaktoren:
 | Die Mehrzahl der humanpathogenen EHEC
bildet für den menschlichen Dickdarm spezifische
Kolonisationsfaktoren aus:
 | z.B. Intimin-Adhärenzproteine |
 | ohne Kolonisationsfaktoren können
die nur Tier infiziert werden |
 | Bei 10-15 % der EHEC
bislang keine bekannten Anheftungsstrukturen nachweisbar. |
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Inkubationszeit:
 | abhängig von der Infektionsdosis:
 | meist 1-3 Tage |
 | auch bis zu 8 Tagen beschrieben |
|
Epidemilogie:
 | Hauptreservoir:
 | Wiederkäuer, vor allem Rinder
 | Jede 10. Kuh gilt als infiziert! |
|
 | auch Schafe und Ziegen |
 | vor allem in Ländern mit einer
hochentwickelten Landwirtschaft |
|
 | Infektionen durch Tierprodukte/Kontamination:
 | Rinderhackfleisch |
 | Salami |
 | Mettwurst |
 | Rohmilch |
 | nicht-pasteurisierter Apfelsaft |
 | Salami |
 | Sprossen |
 | Bade- und Trinkwasser |
|
 | Infektionen durch direkte Kontakte:
 | Mensch-zu-Mensch-Infektionen sind
möglich:
 | besonders in
Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Altenheime etc.) |
|
 | Tier-Mensch-Kontakte:
 | Streichelzoos |
 | landwirtschaftliche Betriebe |
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|
 | Infektiosität:
 | eine sehr geringe Infektionsdosis (weniger
als 10² Keime) kann zur Infektion führen |
 | Infektionsdosis individuell
unterschiedlich
|
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 | Umweltresistenz:
 | EHEC-Bakterien
ziegen eine relativ große Umweltstabilität |
 | gute Überlebensfähigkeit in saurem
Milieu auf (Resistenz gegen Magensäure
→ daher geringe
Infektionsdosis) |
|
Prophylaxe:
 | Kochen oder Vermeiden unpasteurisierter Rohmilch
und Durchbraten von Rindfleisch! |
typisches Erkrankungsalter:
 | Kinder |
 | Erwachsene |
Klinik:
 | die meisten Infektionen verlaufen
symptomlos und symptomarm
(Infektionsquelle!) |
 | schwere Krankheitsbilder oft bei:
 | Säuglingen |
 | Kleinkindern |
 | alten Menschen |
 | abwehrgeschwächten Personen |
|
 | primär wässriger Diarrhö, später
auch blutig oder Ruhr-ähnlich
→ hämorrhagische Colitis
(HC) |
 | oft Übelkeit, Erbrechen und
Abdominalschmerzen |
 | selten Fieber |
 | postinfektiöse Syndrome (bei 5-10% der
Erkrankungen durch das Serovar O157:H7):
 | hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
 | hämolytischer Anämie |
 | Fragmentozytenbildung |
 | Niereninsuffizienz:
 | oft akutes Nierenversagen mit
Dialysepflicht |
 | seltener irreversible Schädigung
mit chronischer Dialyse |
|
 | thrombotischer Mikroangiopathie |
|
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thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
 | Thrombozytopenie |
 | thrombotische Mikroangiopathie |
 | Hautblutungen (Purpura) |
 | hämolytischer Anämie |
 | oft auch neurologische Veränderungen |
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 | Letalität bei HUS
und TTP besonders
im Kindesalter hoch (1-5 %) |
 | vor allem
bei Säuglingen und Kindern unter 4 Jahren schwere Verläufe! |
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Hinweise:
 | EHEC bilden plasmidkodierte shigellaähnliche
Enterotoxine I und II (Verotoxine) |
 | Höhere Letalität als Salmonellen-Infektionen! |
 | Häufigster Verursacher des akuten Nierenversagens bei
Kindern! |
Meldepflicht:
 | Labor:
 | nach § 7 meldepflichtiger Nachweis von Escherichia coli, enterohämorrhagische Stämme
(EHEC) |
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 | niedergelassener Kollege:
 | Meldepflichtige Krankheiten nach § 6
 |
enteropathischem hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) |
 | Gastroenteritis oder Lebensmittelintoxikation
 | akut infektiös/ mikrobiell bedingt:
 | wenn eine Beschäftigung im Lebensmittelverkehr bzw. in Küchen
für Gemeinschaftseinrichtung vorliegt (§ 42) |
 | wenn 2 oder mehr Erkrankungen mit anzunehmendem
epidemischen Zusammenhang auftreten |
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 | siehe Tabelle:
Melde- und Erfassungspflicht nach IfSG
|
Siehe auch:
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